Endspurt

October 27, 2008 at 6:33 am | In 2. Unsere Cooperation (Deutsch) | Leave a Comment

Nach langer Zeit des Nichtschreibens, haben mich nun einige Freunde und Familienmitglieder dazu bewegt doch mal wieder von Neuigkeiten aus Tegucigalpa zu berichten.

Mittlerweile sind wir im Oktober und uns bleiben noch ca. 3 Monate bis zur Rueckkehr nach Europa.

Der Oktober hat bisher viel Regen und auch schon einige Hurricane-Warnungen gebracht. In unserem Webbrowser haben wir z.Zt. die Seite des National Hurricane Centers als erstes Lesezeichen um immer up to date zu sein. Der Rio Choluteca, der durch Tegus fliesst ist schon ein paar mal ueber die Ufer getreten und hat erste Menschenleben gefordert. Trotzdem ist es tagsueber meisst untertraeglich heiss und sonnig.

In der Politik von Honduras hat sich auch etwas getan. Ein Abkommen mit dem linksregierten Venezulea um in wirtschaftlichen und sozialen Fragen enger zusammenarbeiten ist nun endlich unterzeichnet. Dies ist bei rechten Politikern und in Unternehmerkreisen auf heftigen wiederstand gestossen. Dabei werden in den Mainstream-Medien mit nicht nachvollziehbaren Argumenten gearbeitet um fuer den Wiederstand gegen dieses Abkommen zu werben.

Die Mehrheit der Bevoelkerung Honduras’ ist aber fuer die Annaehrung an Hugo Chavez’ Sozialismus des 21. Jahrhunderts, solang es dem Land und der Mehrheit der Menschen nutzt.

Was uns und unsere Mission anbelangt hat sich einiges veraendert.

Wir arbeiten nun nur noch ein bis zweimal pro Woche in dem Heim Las Flores mit den Maedchen. Den Rest der Zeit widmen wir uns der Erarbeitung eines Faltblattes, dass die Bevoelkerung in Randbezirken und Armenvierteln der Statd ueber ihre Rechte informiert und darueber wie und wo sie diese Rechte einfordern koennen.

Konkret heisst das, dass wir oeffentliche Einrichtungen besuchen um detaillierte Informationen ueber deren Funktionsweise zu erfahren, diese Infos auswerten, selektieren und dann gebuendelt und in einfach verstaendlicher Weise zu einem Faltblatt verarbeiten. Darueber hinaus werden wir einige kurze Workshops zu diesem Faltblatt organisieren und durchfuehren um Lehrer, Sozialarbeiter, etc. von der Notwendigkeit einer Aufklaerarbeit im Bereich Buergerrechte zu ueberzeugen.

Hoert sich interessant an und ist es eigentlich auch. Traurigerweise interessiert sich kein Mensch in userer Organisation dafuer, weshalb wir diese Arbeit in Zusammenarbeit mit einer anderen NRO machen und eigentlich auch in deren Interesse. Trotzdem ist unsere Motivation eher nachlaessig und so sehnen wir uns z.Zt. nach dem Ende unserer Mission.
Im Heim selber geht es drunter und drueber. Zwei der vier Erzieherinnen haben ende September gekuendigt und die Organisation hat es bisher nicht geschafft neues Personal einzustellen (heute ist der 10.Oktober). Genauso sieht es mit dem Choffeur aus, weshalb 5 der Maedchen seit 2 Wochen nicht zu Schule gehen, und das zum Ende des Schuljahres, wo Klassenarbeiten anstehen.

An Samstagen gehen wir meisstens immernoch zur Kirche in Nueva Suyapa um unter anderem auch dadurch zu neuen Kraeften fuer die kommende Woche zu kommen. An Sonntagen gehen wir mit den Leuten von ATD Vierte Welt in das Barrio la Bolsa um Strassenbibliotek zu veranstalten und ab und zu gehen wir im Sabor Cubano Salsatanzen.
Auch treffen wir uns oeffters mit einigen Freunden um essen zu gehen oder zu Hause zu sitzen und ueber Gott und die Welt zu reden.

So ist unser Leben hier im Grossen und Ganzen routiene, wie sonstwo auch. Wir geniessen es aber.

Bis bald.

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